Trainingseindrücke 1

Das erste halbe Jahr im Seido Dojo Marburg war wirklich reich an Eindrücken. Die klare Strukturierung in Grundschule (Kihon), Formen (Kata) und realistische Anwendung zur Selbstverteidigung gab zwar einen groben Orientierungsplan, aber die Fülle der japanischen Begriffe und die unterschiedliche Herangehensweise der Senpais und Trainer wirkte lange Zeit verwirrend auf mich.

Die Motivation zog ich zu Beginn aus der konstanten Verbesserung meiner Kondition, erst dann nach und nach aus dem zunehmenden Zurechtfinden im Karate-Dschungel.

Besonders schön fand ich in diesem ersten halben Jahr die klare Rollenverteilung der Senpais Fredy und Anton, die Anfang 2009 auf Grund einer Umstrukturierung des Trainingsplans leider etwas in den Hintergrund trat.

Senpai Fredy konzentrierte sich auf die Grundschule und auf erklärende Worte rund um den Geist des Karate, um das do, um die Philosophie. Senpai Anton legte den Schwerpunkt auf die Formen und auf die praktische Anwendung der Techniken, um das, was hinter der Grundschule steht und welche Idee sich in welcher Technik verbirgt.

So bekam man einen guten Einblick von mehreren Seiten, der beim Verständnis des Karate enorm half.

Meine Fortschritte waren langsam, aber stetig. Die recht frühe Frage Senpai Fredys nach einer Teilnahme an einer Gürtelprüfung beschied ich jedoch zunächst ablehnend, da es relativ lange dauerte, bis ich mich dieser Herausforderung gewachsen fühlte.